Wenn die Haut in die Wechseljahre kommt

Welche Rolle spielen Hormone?

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Viele Frauen bemerken rund um die Wechseljahre,dass ihre Haut trockener und dünner wird, an Spannkraft verliert und Faltendeutlicher hervortreten. Diese Veränderungen sind nicht nur eine Folge desnormalen Älterwerdens. Auch der Rückgang der Östrogenproduktion spielt einewichtige Rolle. Östrogene beeinflussen unter anderem die Bildung von Kollagen,Elastin und Hyaluronsäure – Substanzen, die der Haut Festigkeit, Elastizitätund Feuchtigkeit verleihen.

Eine aktuelle Übersichtsarbeit untersuchtedeshalb, wie sich der Östrogenmangel während und nach den Wechseljahren auf dieHaut auswirkt, ob eine menopausale Hormontherapie diese Veränderungenverbessern kann und wie gut ästhetische Behandlungen bei Frauen in dieserLebensphase wissenschaftlich untersucht sind.

Dazu werteten die Autorinnen Veröffentlichungenaus den Jahren 1971 bis 2024 aus. Berücksichtigt wurden Studien zuWechseljahren, Hormonen, Hautalterung und Hormontherapie sowie Untersuchungenzu ästhetischen Verfahren. Es handelt sich somit nicht um eine neue klinischeStudie, sondern um eine narrative Übersichtsarbeit, die bereits vorhandeneForschungsergebnisse zusammenfasst und einordnet.

Die Auswertung zeigt, dass die Haut einhormonempfindliches Organ ist. Mit sinkenden Östrogenspiegeln nimmt dieNeubildung von Kollagen ab, während das stützende Bindegewebe schwächer wird.Ältere Untersuchungen gehen davon aus, dass der Kollagengehalt nach derMenopause durchschnittlich um etwa 2,1 Prozent pro Jahr abnehmen kann. AuchHautdicke und Elastizität gehen zurück. Gleichzeitig werden wenigerwasserbindende Substanzen wie Hyaluronsäure gebildet, und die Talgproduktionnimmt ab. Mögliche Folgen sind trockene, dünnere und empfindlichere Haut, eineschwächere Hautbarriere, eine verzögerte Wundheilung und eine verstärkteFaltenbildung. Wie ausgeprägt die Veränderungen sind, hängt jedoch auch vongenetischen Faktoren, Hauttyp, Sonneneinstrahlung, Rauchen und Lebensstil ab.

Viele der ausgewerteten Studien sprechen dafür,dass eine Hormontherapie einige Hautveränderungen günstig beeinflussen kann. Ineinzelnen Untersuchungen verbesserten sich Hautdicke, Kollagengehalt,Elastizität oder Feuchtigkeit. In einer kleinen placebokontrollierten Studienahm beispielsweise nach zwölf Monaten die Hautdicke um 11,5 Prozent und dieDicke der Lederhaut um 33 Prozent zu. Große Beobachtungsstudien fanden außerdemHinweise auf weniger trockene Haut und eine geringere Faltenbildung. Auch örtlichaufgetragene Östrogene zeigten in kleineren Studien mögliche Verbesserungen vonTrockenheit, Hautstruktur und feinen Falten.

Die Ergebnisse sind allerdings nichteinheitlich. Einige gut kontrollierte Studien konnten selbst nach mehrerenJahren Hormontherapie keine deutliche Verbesserung von Gesichtsfalten oderHautfestigkeit feststellen. Die Studien unterscheiden sich stark hinsichtlichder eingesetzten Hormone, Dosierungen, Behandlungsdauer und Messmethoden. VieleUntersuchungen waren zudem klein, älter oder nicht randomisiert. Teilweisefehlten Placebogruppen und einheitliche Messverfahren. Eine neuere Metaanalysefand lediglich 15 geeignete klinische Studien – keine davon war in denvorausgegangenen zehn Jahren veröffentlicht worden. Auch moderne ästhetischeVerfahren wurden bisher kaum gezielt bei Frauen in und nach den Wechseljahrenuntersucht.

Das Fazit lautet: Der Östrogenabfall in denWechseljahren kann die Haut deutlich beeinflussen und ist mehr als ein reinkosmetisches Thema. Eine Hormontherapie kann sich bei manchen Frauen positivauf Kollagen, Hautdicke, Elastizität und Feuchtigkeit auswirken. Die Datenreichen jedoch nicht aus, um sie ausschließlich zur Verbesserung der Haut zuempfehlen. Eine bessere Haut kann ein erfreulicher Zusatzeffekt sein, sollteaber nicht der alleinige Behandlungsgrund sein. Zukünftige Studien müssenklären, welche Frauen profitieren und wie sich Hormontherapie und ästhetischeVerfahren sinnvoll kombinieren lassen.

Quelle:‍

Viscomi B, Muniz M, Sattler S. Managing Menopausal Skin Changes. Journalof Cosmetic Dermatology, 2025.

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