
Nach den Wechseljahren sinkt derÖstrogenspiegel. Viele Frauen entwickeln dadurch Beschwerden im Genitalbereich,wie Trockenheit oder wiederkehrende Blasenprobleme. Zur Behandlung wird häufigvaginales Estradiol (ein Östrogen in Tablettenform für die Scheide) eingesetzt.
Gleichzeitig ist Enddarmkrebs (Rektumkarzinom)eine häufige Krebsart. Frühere Studien haben gezeigt, dass systemischeHormonersatztherapie (also Hormone, die im ganzen Körper wirken) das Risiko fürDarmkrebs senken kann.
Unklarwar jedoch: Hat auch lokal angewendetes vaginales Estradiol einen Einfluss aufdas Risiko für Enddarmkrebs?
Die Forschenden wollten wissen:
Haben Frauen nach der Menopause, die vaginalesEstradiol anwenden, ein geringeres Risiko, an Enddarmkrebs zu erkranken?
Methode
Die Forschenden berechneten, wie häufig Enddarmkrebs bei Anwenderinnen und Nicht-Anwenderinnen vorkam.
Die wichtigsten Ergebnisse:
Frauen, die vaginales Estradiol nutzten, hatten ein 12–23 % geringeres Risiko, an Enddarmkrebs zu erkranken.
Weitere Beobachtungen:
Die Studie beweist keinen ursächlichen Zusammenhang, zeigt aber eine deutliche statistische Verbindung.
Die Studie hat einige Schwächen:
Möglicherweise leben Frauen, die vaginales Estradiol nutzen, insgesamt gesundheitsbewusster.
Die Studie legt nahe, dass:
Vaginal angewendetes Estradiol bei Frauen nach den Wechseljahren mit einem geringeren Risiko für Enddarmkrebs verbunden sein könnte.
Neben der bekannten Wirkung gegen Scheidentrockenheit könnte es also einen zusätzlichen gesundheitlichen Vorteil geben.
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