Hormonersatztherapie zur Prävention von Alterung?!

Mit zunehmendem Alter nimmt die Hormonproduktion der Eierstöcke ab...

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Referenz
Rabinovici J, Oonk HP, Huang Z, Mirando T, ZhouM, Strauss T, Olari LR, Wilczok D, Maier AB, Bischof E. PerimenopausalHormone Replacement Treatments as a Geroprotective Approach – Adapting ClinicalGuidance. Aging Dis. 25.12.2025.
Hintergrund

Mit zunehmendem Alter nimmt die Hormonproduktion der Eierstöcke ab. Dieser Prozess beginnt oft schon vor der letzten Regelblutung, in der sogenannten Perimenopause. Der Rückgang der weiblichen Hormone Östrogen und Progesteron betrifft nicht nur Zyklus und Fruchtbarkeit, sondern wirkt sich auf den ganzen Körper aus – zum Beispiel auf Knochen, Herz, Stoffwechsel, Gehirn, Schlaf und Entzündungsprozesse.
Die Hormontherapie (Hormonersatztherapie, HRT) wird bisher vor allem eingesetzt, um Wechseljahresbeschwerden wie Hitzewallungen oder Schlafstörungen zu lindern.

Fragestellung

Die Autorinnen und Autoren stellen die Frage, ob eine Hormontherapie frühzeitig, also schon in der Perimenopause, nicht nur Beschwerden lindern, sondern auch Alterungsprozesse im Körper verlangsamen und damit die Gesundheit im späteren Leben schützen könnte.

Methode

Es handelt sich nicht um eine neue Studie, sondern um einen Übersichts- und Meinungsartikel. Die Autor:innen haben verschiedene wissenschaftliche Studien ausgewertet, Ergebnisse aus der Grundlagenforschung sowie aus großen klinischen Studien zusammengetragen, bestehende medizinische Empfehlungen kritisch betrachtet und neue Konzepte aus der Altersforschung („Healthy Longevity“) einbezogen.

Ergebnisse

Die Eierstöcke spielen eine zentrale Rolle für das biologische Altern von Frauen. Weibliche Hormone wirken auf fast alle Organe: Knochen, Muskeln, Herz, Gehirn, Stoffwechsel und Immunsystem. Studien zeigen Hinweise darauf, dass eine früh begonnene Hormontherapie den Knochenabbau verlangsamen kann, das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken könnte sowie Schlaf, Konzentration und Lebensqualität verbessern kann und möglicherweise auch langfristig die Gesundheit unterstützt.
Besonders günstig scheint ein früher Beginn in den Wechseljahren zu sein sowie die Anwendung bestimmter Hormonformen (z. B. Östrogen über die Haut statt als Tablette).

Was sind die Einschränkungen? (Limitationen)

Es gibt noch keine eindeutigen Langzeitstudien, die beweisen, dass eine Hormontherapie das Altern insgesamt verlangsamt. Viele Erkenntnisse stammen aus Beobachtungsstudien oder aus der Laborforschung. Eine Hormontherapie hat zudem Risiken (z. B. Thrombosen oder Brustkrebs, je nach individueller Situation), die individuell unterschiedlich sind.
Deshalb ist dieser Ansatz noch nicht abschließend wissenschaftlich gesichert.

Fazit

Die Autor:innen regen ein Umdenken an: Eine Hormontherapie könnte künftig nicht nur zur Behandlung von Beschwerden, sondern auch zur Vorbeugung altersbedingter Erkrankungen eine Rolle spielen.
Wichtiger Hinweis: Diese Sichtweise entspricht derzeit nicht den offiziellen medizinischen Leitlinien. Aktuell empfehlen Fachgesellschaften eine Hormontherapie vor allem zur Behandlung belastender Wechseljahresbeschwerden – nicht ausdrücklich zur „Verjüngung“ oder allgemeinen Prävention.
Für Frauen bedeutet das: Eine Hormontherapie kann hilfreich sein, sie ist aber keine allgemeine Anti-Aging-Behandlung. Jede Entscheidung sollte individuell, gut informiert und gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt getroffen werden.

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