Hitzewallungen treffen Hitzewellen

Wie Frauen die doppelte Hitzebelastung erleben

Wechseljahresbeschwerden
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Referenz: Awad R, Ulitsa N, Ayalon L. "Heat within, heat without- nowhere to escape": an intersectional perspective on Israeli women's challenges during menopause. J Women Aging. 2026

Der Klimawandel bringt immer häufiger und intensiver auftretende Hitzewellen mit sich. Gleichzeitig erleben viele Frauen in den Wechseljahren Hitzewallungen und Schweißausbrüche als belastende Symptome. Doch was passiert, wenn innere und äußere Hitze zusammentreffen? Eine aktuelle Studie aus Israel hat erstmals untersucht, wie Frauen diese „doppelte Hitzebelastung“ erleben und welche Strategien sie entwickeln, um damit umzugehen.

Hintergrund

Hitzewallungen gehören zu den häufigsten Beschwerden in den Wechseljahren und betreffen bis zu 80 % der Frauen. Gleichzeitig nehmen durch den Klimawandel Hitzewellen weltweit zu. Bisher wurden die Auswirkungen von Wechseljahren und Hitze meist getrennt betrachtet. Kaum erforscht war jedoch die Frage, wie Frauen die Kombination aus innerer Hitze durch Hitzewallungen und äußerer Hitze durch hohe Umgebungstemperaturen erleben.  

Fragestellung

Die Forschenden wollten wissen:

  1. Wie erleben Frauen in den Wechseljahren das Zusammenspiel von Hitzewallungen und sommerlicher Hitze?
  2. Welche Auswirkungen hat diese doppelte Belastung auf Alltag, Wohlbefinden, Arbeit und soziale Beziehungen?
  3. Welche Bewältigungsstrategien nutzen Frauen, um mit dieser Situation umzugehen?
Methode

Für die qualitative Studie wurden 40 Frauen im Alter von 42 bis 60 Jahren aus Israel befragt, die alle unter Hitzewallungen litten. Die Teilnehmerinnen wurden in ausführlichen Interviews zu ihren Erfahrungen während besonders heißer Sommermonate befragt. Die Gespräche dauerten etwa 30 bis 45 Minuten und wurden anschließend systematisch ausgewertet.  

Die Frauen stammten aus unterschiedlichen sozialen, kulturellen und religiösen Gruppen, um möglichst vielfältige Perspektiven abzubilden.

Ergebnisse

Die Auswertung ergab drei zentrale Themen.

1. Gefangen zwischen innerer und äußerer Hitze

Die meisten Frauen beschrieben Hitzewallungen und sommerliche Hitze nicht als zwei getrennte Belastungen, sondern als eine gemeinsame Erfahrung. Viele berichteten, dass sich Hitzewallungen während Hitzewellen verstärkten und länger anhielten. Besonders im Sommer entstand das Gefühl, der Hitze nirgendwo entkommen zu können.  

Die Frauen schilderten zudem Erschöpfung, Frustration und das Gefühl, die Kontrolle über ihren Körper zu verlieren.

2. Materielle Ressourcen machen einen Unterschied

Ob Frauen Zugang zu Klimaanlagen, kühlen Räumen, kalten Duschen oder gut belüfteten Arbeitsplätzen hatten, beeinflusste ihre Beschwerden erheblich. Frauen mit körperlich anstrengenden Berufen oder geringem Einkommen berichteten besonders häufig von Schwierigkeiten, da sie ihre Arbeitsbedingungen oft nicht verändern konnten.  

Auch eine Klimaanlage löste das Problem jedoch nicht vollständig. Viele Frauen mussten ihren Alltag ständig anpassen, um mit der Hitze zurechtzukommen.

3. Soziale Unterstützung hilft

Viele Teilnehmerinnen berichteten, dass über die Wechseljahre in ihrem Umfeld kaum gesprochen werde. Scham, Tabus und traditionelle Rollenbilder führten dazu, dass Frauen ihre Beschwerden oft für sich behielten.

Frauen, die sich mit Freundinnen oder anderen Betroffenen austauschen konnten, empfanden dies dagegen als entlastend. Humor, Verständnis und gegenseitige Unterstützung halfen dabei, die Belastung besser zu bewältigen. Einige Frauen beschrieben die Wechseljahre sogar als Chance für persönliche Entwicklung und neue Freiheiten.

Limitationen

Die Studie hat einige Einschränkungen. Die Teilnehmerinnen wurden über persönliche Kontakte und soziale Netzwerke rekrutiert, sodass die Ergebnisse möglicherweise nicht auf alle Frauen übertragbar sind. Bestimmte Bevölkerungsgruppen waren nicht vertreten. Zudem wurden die Interviews erst Monate nach den Hitzewellen geführt, sodass Erinnerungsverzerrungen möglich sind. Schließlich wurden andere klimatische Faktoren wie Luftfeuchtigkeit oder Luftverschmutzung nicht untersucht.

Fazit

Die Studie zeigt eindrücklich, dass Frauen in den Wechseljahren durch die Kombination von Hitzewallungen und zunehmender sommerlicher Hitze besonders belastet sein können. Entscheidend für das Wohlbefinden sind nicht nur biologische Faktoren, sondern auch soziale Unterstützung, Arbeitsbedingungen und der Zugang zu Kühlungsmöglichkeiten. Die Autorinnen fordern daher, Frauen in den Wechseljahren als eine bisher wenig beachtete Risikogruppe im Kontext des Klimawandels wahrzunehmen und entsprechende Unterstützungsangebote zu entwickeln. Dazu gehören beispielsweise bessere Arbeitsbedingungen, mehr Aufklärung und eine offenere gesellschaftliche Diskussion über die Wechseljahre.

Praktische Botschaft für Frauen: Wenn Hitzewallungen im Sommer besonders belastend werden, liegt das nicht nur an den Wechseljahren. Die Kombination aus innerer und äußerer Hitze kann die Beschwerden tatsächlich verstärken. Kühlungsmöglichkeiten, soziale Unterstützung und ein offener Umgang mit dem Thema können helfen, diese Herausforderung besser zu bewältigen.

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