
Schlafstörungen können viele verschiedene Ursachen haben, die zunächst nichts mit den Hormonen zu tun haben müssen. Zu den Ursachen zählen Verhaltens- und Lebensstilfaktoren, psychosoziale Belastungen, viele chronische Erkrankungen wie z. B. chronische Schmerzen, Sodbrennen, Schilddrüsenüberfunktion, häufiges nächtliches Wasserlassen, Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes und psychische Erkrankungen sowie einige Medikamente. Daneben spielen bestimmte Schlaferkrankungen wie Schlafapnoe (Atemaussetzer im Schlaf) und das Restless-Legs-Syndrom (unruhige Beine) eine wichtige Rolle.
Manchmal entwickelt sich Schlaflosigkeit auch ohne erkennbare äußere Ursache – man spricht dann von primärer Insomnie. Dabei spielen oft negative Gedanken über den Schlaf ("Ich werde heute Nacht wieder nicht schlafen können") und eine übermäßige Anspannung eine Rolle, die sich mit der Zeit verselbstständigen.
In den Wechseljahren kommt die hormonelle Umstellung dazu: der Abfall der Hormone Östrogen und Progesteron, nächtliche Hitzewallungen und direkte Effekte der Hormonveränderungen auf das Gehirn können sich ungünstig auf den Schlaf auswirken.
Während der Wechseljahre sinken die Spiegel von Östrogen und Progesteron deutlich ab. Diese beiden Hormone beeinflussen direkt Bereiche im Gehirn, die für den Schlaf zuständig sind. Studien zeigen, dass Frauen mit niedrigeren Östrogenspiegeln häufiger nachts aufwachen – und zwar unabhängig davon, ob sie Hitzewallungen haben oder nicht. Das bedeutet, dass die Hormone selbst eine wichtige Rolle für einen durchgehenden Schlaf spielen.
Nächtliche Hitzewallungen können den Schlaf massiv stören.
Hitzewallungen sind plötzliche Hitzegefühle, die besonders im Gesicht, Nacken und Brustbereich auftreten und oft mit Schwitzen einhergehen. Wenn diese nachts auftreten, wecken sie Frauen aus dem Schlaf. Untersuchungen mit objektiven Messungen zeigen, dass bei 78% der nächtlichen Hitzewallungen die Frauen tatsächlich aufwachen. In einer Studie gaben über 60% der Frauen an, mindestens zweimal pro Nacht wegen Hitzewallungen aufzuwachen. Diese Unterbrechungen führen dazu, dass Frauen länger wach liegen und insgesamt weniger erholsamen Schlaf bekommen.
Neuere Forschung zeigt, dass bestimmte Nervenzellen im Gehirn (sogenannte KNDy-Neuronen) gleichzeitig die Hormonproduktion, die Körpertemperatur und den Schlaf-Wach-Rhythmus steuern. Wenn diese Zellen durch den Östrogenmangel aus dem Gleichgewicht geraten, kann dies sowohl Hitzewallungen als auch Schlafstörungen auslösen.
Die Diagnose erfordert eine sorgfältige Befragung über die Schlafgewohnheiten, Tagesablauf, psychische Belastungen, Vorerkrankungen und Medikamente. Ein Schlaftagebuch über 2-4 Wochen, in dem Schlafenszeiten, Aufwachzeiten und nächtliches Erwachen notiert werden, kann sehr hilfreich sein. Eine Schlaflabor-Untersuchung (Polysomnographie) ist normalerweise nicht nötig, außer wenn der Verdacht auf Schlafapnoe, Restless-Legs-Syndrom oder andere spezifische Schlaferkrankungen besteht oder wenn die üblichen Behandlungen nicht helfen. Bei anhaltenden Schlafproblemen sollte eine Überweisung an einen Schlafspezialisten erwogen werden, da unerkannte Schlafstörungen ernsthafte gesundheitliche Folgen haben können.
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