
Die International Menopause Society (IMS) ist eine weltweit anerkannte Fachgesellschaft, die regelmäßig den aktuellen Stand der Wissenschaft zur Menopause zusammenfasst. Die neue Leitlinie zeigt klar: Die Menopause ist kein Krankheitszustand, sondern eine natürliche Lebensphase – und es gibt heute viele gute Möglichkeiten, Beschwerden wirksam und sicher zu behandeln.
Das Brustkrebsrisiko unter einer Hormontherapie ist niedrig undvergleichbar mit Risiken durch Übergewicht, Bewegungsmangel oder regelmässigen Alkoholkonsum.
Kombinierte Hormontherapien (Östrogen + Gestagen) können das Risiko leichterhöhen - vor allem bei langer Anwendung. Nach dem Absetzen sinkt es wieder.
Reines Östrogen (z. B. nach Entfernung der Gebärmutter) ist mit einemgeringeren Risiko verbunden.
Die Art der Anwendung (Tablette oder Pflaster) macht keinen Unterschied fürdas Brustkrebsrisiko.
Vaginale Hormontherapien (z. B. bei Scheidentrockenheit) gelten bei Frauenohne Brustkrebs als sicher.
Bei bestehendem Brustkrebs wird keine systemische Hormontherapie empfohlen.
Frauen mit Gebärmutter benötigen zusätzlich ein Gestagen, um dieSchleimhaut zu schützen.
Unregelmässige Blutungen sind zu Beginn häufig - halten sie jedoch längerals 6 Monate an, sollte das abgeklärt werden.
Erste Untersuchung ist meist ein vaginaler Ultraschall.
In vielen Fällen reicht eine Anpassung der Hormondosis aus.
Bleiben Blutungen bestehen, können weitere Untersuchungen notwendig sein -das ist eine Sicherheitsmassnahme, kein Grund zur Panik.
Sowohl kombinierte als auch reine Östrogentherapien sind mit einem sehrleicht erhöhten Risiko verbunden.
Nach einem behandelten Eierstockkrebs wird eine Hormontherapie meist nichtempfohlen, kann aber im Einzelfall besprochen werden.
Für Lungenkrebs gibt es keinen klaren Zusammenhang mit einerHormontherapie.
Beim Darmkrebs zeigen Studien Hinweise auf einen möglichen Schutz,allerdings ohne gesicherten Überlebensvorteil.
Für Magen-, Leber- und Speiseröhrenkrebs sind die Daten uneinheitlich -hier gibt es keine klaren Empfehlungen.
Gedächtnis & Demenz
Eine Hormontherapie wird nicht empfohlen, um Demenz oder Gedächtnisproblemezu verhindern.
Ausnahme: Frauen mit sehr früher Menopause können profitieren.
Depressive Symptome
Östrogen kann bei manchen Frauen in der Perimenopause stimmungsaufhellendwirken.
Bei bestehenden Depressionen nach den Wechseljahren ersetzt eineHormontherapie keine antidepressiven Medikamente.
Eine Hormontherapie kann den Schlaf verbessern, wenn Hitzewallungen dieUrsache sind.
Sehr wirksam ist auch eine spezielle Verhaltenstherapie gegenSchlaflosigkeit (CBT-I).
Natürliches Progesteron am Abend kann bei manchen Frauen den Schlaf unterstützen.
Der Testosteronspiegel sinkt langsam mit dem Alter, aber es gibt keinenfesten "Mangelwert".
Testosteron kann helfen bei deutlich verminderter sexueller Lust nach denWechseljahren.
Für andere Beschwerden ist Testosteron nicht empfohlen.
DHEA als Tablette bringt keinen nachgewiesenen Nutzen - vaginales DHEA kannjedoch bei Schmerzen beim Sex helfen.
Fazit
1) Die Wechseljahre sind eine individuelle Lebensphase.
2) Hormontherapiensind für viele Frauen wirksam und sicher, wenn sie richtig eingesetzt werden.
3) Entscheidendsind persönliche Risiken, Beschwerden und Wünsche.
4) sich beraten - gut informiert trifft man bessere Entscheidungen.
Sollten Sie Anregungen, Kommentare oder Vorschläge haben, freuen wir uns über Ihre Mitteilungen. Schreiben Sie hierfür gerne an unsere Mail info@menoqueens.com
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