
Die International Menopause Society (IMS) ist eine weltweit anerkannte Fachgesellschaft, die regelmäßig den aktuellen Stand der Wissenschaft zur Menopause zusammenfasst. Die neue Leitlinie zeigt klar: Die Menopause ist kein Krankheitszustand, sondern eine natürliche Lebensphase – und es gibt heute viele gute Möglichkeiten, Beschwerden wirksam und sicher zu behandeln.
Viele Frauen nehmen in den Wechseljahren zu. Wichtig zu wissen:
Die Gewichtszunahme hängt vor allem mit dem Älterwerden zusammen – nicht direkt mit der Menopause. Der sinkende Östrogenspiegel verändert jedoch die Fettverteilung, sodass sich mehr Fett im Bauchbereich ansammelt. Das kann das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen, auch wenn das Körpergewicht insgesamt normal bleibt.
Eine Hormontherapie kann Wechseljahresbeschwerden lindern, führt aber nicht automatisch zu Gewichtsabnahme oder -zunahme.
Hitzewallungen gehören zu den häufigsten und belastendsten Beschwerden.
Die Leitlinie bestätigt: Hormontherapie ist die wirksamste Behandlung gegen starke Hitzewallungen und nächtliches Schwitzen.
Für Frauen, die keine Hormone einnehmen können oder möchten, gibt es moderne nicht-hormonelle Behandlungsoptionen, die gezielt im Temperaturzentrum des Gehirns wirken. Diese können die Beschwerden deutlich lindern, auch wenn sie etwas weniger stark wirken als Hormone.
Wichtig:
Nach dem Absetzen einer Hormontherapie können Hitzewallungen bei vielen Frauen vorübergehend wieder auftreten – das ist normal und kein Zeichen von Schaden.
Trockenheit, Brennen, Schmerzen beim Sex oder häufige Blaseninfekte sind häufig, werden aber oft nicht angesprochen.
Diese Beschwerden gehören zum sogenannten genitourinären Syndrom der Menopause und verschwinden ohne Behandlung meist nicht von selbst.
Gut zu wissen:
• Vaginale Östrogene wirken lokal und gelten als sicher.
• Gleitmittel und Feuchtigkeitscremes sind eine wichtige Basistherapie.
• Auch nach Brustkrebs können – nach individueller Abwägung – lokale Behandlungen möglich sein.
Nach der Menopause verlieren Frauen schneller Knochenmasse. Dadurch steigt das Risiko für Osteoporose und Knochenbrüche.
Eine Hormontherapie kann wirksam vor Knochenverlust schützen, besonders wenn sie frühzeitig begonnen wird.
Zusätzlich sind Bewegung, Krafttraining, Vitamin D und Kalzium wichtig.
Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die häufigste Todesursache bei Frauen.
Die Leitlinie zeigt:
Wenn eine Hormontherapie vor dem 60. Lebensjahr oder innerhalb von 10 Jahren nach der Menopause begonnen wird, kann sie das Risiko für Herzkrankheiten senken und ist insgesamt sicher. Ein später Beginn ist dagegen nicht zur Vorbeugung von Herzkrankheiten geeignet.
• Eine Hormontherapie ist nicht zur Vorbeugung von Demenz geeignet.
• Sie kann aber Schlafprobleme verbessern, wenn diese durch Hitzewallungen verursacht werden.
• Bei depressiven Verstimmungen in der Perimenopause kann Östrogen in bestimmten Fällen helfen.
• Bei Schlafstörungen gilt: Kognitive Verhaltenstherapie ist die wichtigste Basismaßnahme.
Viele Frauen haben Angst vor Krebs durch Hormone. Die Leitlinie ordnet ein:
• Das Brustkrebsrisiko durch Hormone ist gering und vergleichbar mit Risiken durch Übergewicht oder Alkohol.
• Das Risiko hängt von Art, Dauer und Zeitpunkt der Therapie ab.
• Lokale vaginale Hormone erhöhen das Krebsrisiko nicht.
• Nach bestimmten Krebserkrankungen können Hormone unter sorgfältiger ärztlicher Abwägung manchmal möglich sein.
💜 Es gibt keine „Einheitslösung“ für die Menopause.
💜 Jede Frau ist anders – und jede Behandlung sollte individuell angepasst werden.
💜 Gut informierte Frauen können gemeinsam mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt sichere und wirksame Entscheidungen treffen.
Sollten Sie Anregungen, Kommentare oder Vorschläge haben, freuen wir uns über Ihre Mitteilungen. Schreiben Sie hierfür gerne an unsere Mail info@menoqueens.com
Kontakt