Das Prämenstruelle Syndrom (PMS)

Ein umfassender Überblick

Endokrinologie
menoQueens Logo Beige
Was ist das Prämenstruelle Syndrom?

Das Prämenstruelle Syndrom, kurz PMS, betrifft viele Frauen im gebärfähigen Alter. Die Beschwerden treten regelmäßig in den Tagen vor der Regelblutung auf und verschwinden mit Beginn oder kurz nach der Menstruation wieder. PMS umfasst eine Vielzahl von seelischen und körperlichen Symptomen, die den Alltag beeinträchtigen können.

Wie häufig ist PMS?

PMS ist sehr verbreitet: Etwa 80-95% aller menstruierenden Frauen erleben mindestens ein prämenstruelles Symptom. Bei etwa 20-40% der Frauen sind die Beschwerden so ausgeprägt, dass sie als PMS diagnostiziert werden und den Alltag beeinträchtigen. Eine schwerere Form, die Prämenstruelle Dysphorische Störung (PMDD), betrifft etwa 2-5% der Frauen im gebärfähigen Alter. Studien zeigen, dass PMS die Arbeitsleistung und Denkfähigkeit negativ beeinflussen kann. Obwohl PMS so viele Frauen betrifft, ist das Thema am Arbeitsplatz oft noch ein Tabu, und viele Frauen erhalten nicht die Unterstützung, die sie benötigen.

Welche Symptome treten auf?

PMS zeigt sich durch eine Kombination von seelischen und körperlichen Beschwerden:
Mögliche seelische Symptome sind: Stimmungsschwankungen (plötzliche Traurigkeit oder Weinerlichkeit), Reizbarkeit oder Wut, Niedergeschlagenheit oder depressive Verstimmung, Angst oder innere Anspannung, Konzentrationsschwierigkeiten sowie vermindertes Interesse an gewohnten Aktivitäten.

Mögliche körperliche Symptome sind: Müdigkeit oder Erschöpfung, Brustspannen oder Brustschmerzen, Blähungen oder Völlegefühl, Gelenkschmerzen oder Muskelschmerzen, Schlafstörungen und Appetitveränderungen (oft Heißhunger).
Die Symptome können von Frau zu Frau sehr unterschiedlich sein und auch von Zyklus zu Zyklus in ihrer Intensität variieren.
Wie wird PMS diagnostiziert?
Die Diagnose von PMS erfolgt hauptsächlich durch eine sorgfältige Erfassung der Symptome über mindestens zwei Menstruationszyklen. Dabei ist das Führen eines Symptomtagebuchs entscheidend.


Was sind die Ursachen?

Die genauen Ursachen von PMS sind noch nicht vollständig geklärt. Die Forschung deutet auf mehrere Faktoren hin:

  • Hormonelle Schwankungen: Wissenschaftler vermuten, dass die natürlichen Schwankungen der Geschlechtshormone (Östrogen und Progesteron) während des Menstruationszyklus eine zentrale Rolle spielen. Besonders die Veränderungen in der zweiten Zyklushälfte scheinen wichtig zu sein.
  • Veränderungen im Gehirnstoffwechsel: Diese hormonellen Schwankungen führen zu Veränderungen im Gehirnstoffwechsel, wobei besonders der Botenstoff Serotonin eine wichtige Rolle spielt. Frauen mit PMS zeigen möglicherweise eine veränderte Reaktion auf diese hormonellen Schwankungen und eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber dem Progesteron-Abbauprodukt Allopregnanolon.
  • Genetische Faktoren: Es gibt Hinweise auf eine erbliche Komponente. Eineiige Zwillinge haben ein doppelt so hohes Risiko, beide an PMS zu leiden, wie zweieiige Zwillinge. Töchter betroffener Mütter haben ein um 70% erhöhtes Risiko, ebenfalls PMS zu entwickeln.
  • Weitere Faktoren: Eine frühere depressive Erkrankung ist ein weiterer Risikofaktor für PMS.
Was können Betroffene tun?


Es gibt verschiedene Therapieansätze, zu denen zählen u.a. Lebensstilmaßnahmen (regelmäßige Bewegung, Kalziumergänzung, ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf, Stressmanagement), psychotherapeutische Unterstützung, pflanzliche Präparate wie Mönchspfeffer und Medikamente. Bei stärkeren Beschwerden können Antidepressiva oder hormonelle Verhütungsmittel eingesetzt werden. Diese sollten mit einem Arzt / einer Ärztin besprochen werden.
Wann sollte man zum Arzt / zur Ärztin gehen?
Ein Arztbesuch ist sinnvoll, wenn:
1) Die Beschwerden den Alltag, die Arbeit oder Beziehungen deutlich beeinträchtigen,
2) die Symptome sehr schwer sind oder sich verschlimmern,
3) Unsicherheit über die Diagnose besteht,
4) bisherige Behandlungsmaßnahmen nicht helfen und
5) die Symptome den ganzen Monat über anhalten (dann könnte eine andere Erkrankung vorliegen).

PMS ist eine häufige und behandelbare Erkrankung. Mit der richtigen Diagnose und Behandlung können die meisten Frauen eine deutliche Verbesserung ihrer Beschwerden erreichen.

Ziel unserer online Umfrage
Wir möchten mit unserer Studie verstehen, wie sich PMS Beschwerden auf Ihre Arbeit auswirken, wie Sie damit umgehen und welche Unterstützung Sie sich von Ihrem Arbeitgeber wünschen würden.

Zurück zum menoBlog

Das könnte Sie ebenfalls interessieren

Beiträge zum Thema

Endokrinologie

zum menoBlog
menoQueens Logo Blau

menoKontakt

Sollten Sie Anregungen, Kommentare oder Vorschläge haben, freuen wir uns über Ihre Mitteilungen. Schreiben Sie hierfür gerne an unsere Mail info@menoqueens.com

Kontakt
Prof. Dr. med. Petra Stute berät eine Patientin