
Vitamin K2 – auch Menachinon genannt – ist ein fettlösliches Vitamin, das der Körper für wichtige Aufgaben im Knochen- und Gefäßstoffwechsel benötigt. Es unterscheidet sich von Vitamin K1, das vor allem in grünem Blattgemüse steckt und hauptsächlich für die Blutgerinnung zuständig ist. Vitamin K2 findet sich vor allem in fermentierten Lebensmitteln wie Natto (fermentierte Sojabohnen), Käse, Fleisch und Eiern. Die zwei wichtigsten Formen sind MK-4 und MK-7 – wobei MK-7 vom Körper besonders gut aufgenommen wird und länger wirkt.
Vitamin K2 aktiviert bestimmte Eiweiße, die der Körper braucht, um Kalzium dorthin zu lenken, wo es hingehört – nämlich in die Knochen und Zähne. Gleichzeitig verhindert es, dass sich Kalzium an den falschen Stellen ablagert, zum Beispiel in den Blutgefäßen. Das wichtigste dieser Eiweiße heißt Osteocalcin (zuständig für den Knochen) und Matrix-Gla-Protein (schützt die Gefäße vor Verkalkung). Ohne ausreichend Vitamin K2 bleiben diese Eiweiße inaktiv – Kalzium kann sich dann in den Gefäßwänden ablagern, statt in den Knochen eingebaut zu werden.
Die häufigsten Anwendungsgebiete sind:
In Japan ist Vitamin K2 seit vielen Jahren als offizielles Medikament gegen Osteoporose zugelassen.
Für die Knochen ist die Datenlage am stärksten: Mehrere große Studien mit zusammen über 6.000 Teilnehmern zeigen, dass Vitamin K2 die Knochendichte messbar verbessert und das Knochengewebe stärkt. Auch die Blutmarker für gesunden Knochenaufbau verbessern sich nachweislich. Ob Vitamin K2 auch Knochenbrüche verhindert, ist noch nicht abschließend geklärt – erste Ergebnisse sind aber vielversprechend.
Für die Gefäße gibt es ebenfalls gute Hinweise: Vitamin K2 senkt nachweislich bestimmte Blutwerte, die auf Gefäßverkalkung hindeuten. Ob dadurch auch Herzinfarkte oder Schlaganfälle verhindert werden, wird noch in weiteren Studien untersucht.
Eine aktuelle Studie zeigte außerdem, dass Vitamin K2 nächtliche Wadenkrämpfe deutlich seltener, kürzer und weniger schmerzhaft macht.
Vitamin K2 gilt als sehr gut verträglich. Selbst bei sehr hohen Dosen wurden in Studien keine ernsthaften Nebenwirkungen beobachtet. Gelegentlich können leichte Magen-Darm-Beschwerden auftreten. Wegen des sehr guten Sicherheitsprofils haben internationale Gesundheitsbehörden keine Höchstgrenze für die tägliche Zufuhr festgelegt.
Es gibt eine wichtige Ausnahme: Wer blutverdünnende Medikamente auf Basis von Vitamin-K-Antagonisten einnimmt – zum Beispiel Marcumar (Phenprocoumon) oder Warfarin – sollte Vitamin-K2-Präparate nur nach Rücksprache mit dem Arzt einnehmen. Vitamin K2 kann die Wirkung dieser Medikamente abschwächen und den Gerinnungswert (INR) verändern. Auch in der Schwangerschaft und Stillzeit sollten hochdosierte Präparate nur nach ärztlicher Absprache verwendet werden.
In Studien werden üblicherweise 90–180 µg MK-7 pro Tag eingesetzt. MK-7 kann einmal täglich eingenommen werden, am besten zu einer fetthaltigen Mahlzeit, da Vitamin K2 fettlöslich ist und so besser aufgenommen wird. Höhere Dosen (45 mg MK-4 täglich) werden in Japan medizinisch bei Osteoporose eingesetzt.
Vitamin K2 ist ein wichtiger Mikronährstoff mit gut erforschtem Wirkmechanismus und einem ausgezeichneten Sicherheitsprofil. Die stärkste Evidenz besteht für die Unterstützung der Knochengesundheit. Wer blutverdünnende Medikamente einnimmt, sollte vor der Einnahme unbedingt ärztlichen Rat einholen.
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