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Omega-3-Fettsäuren sind essentielle Fette, die der Körper nicht selbst herstellen kann und die daher über die Nahrung aufgenommen werden müssen. Die wichtigsten Omega-3-Fettsäuren sind EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure), die hauptsächlich in fettem Fisch wie Lachs, Makrele, Hering und Sardinen sowie in Meeresalgen vorkommen. Eine weitere wichtige Omega-3-Fettsäure ist ALA (Alpha-Linolensäure), die in pflanzlichen Quellen wie Leinsamen, Chiasamen, Walnüssen und Rapsöl enthalten ist. Der Körper kann ALA nur in geringen Mengen in EPA und DHA umwandeln, weshalb EPA und DHA aus Fisch oder Nahrungsergänzungsmitteln als wirksamere Quellen gelten.
Omega-3-Fettsäuren haben verschiedene Wirkungen im Körper. Sie werden in die Zellmembranen eingebaut und beeinflussen deren Funktion, wirken entzündungshemmend, können die Blutfettwerte (insbesondere Triglyceride) senken, die Blutgefäßfunktion verbessern und beeinflussen die Blutgerinnung. Die meisten Gesundheitsorganisationen empfehlen, mindestens zwei Portionen Fisch pro Woche zu essen (insgesamt etwa 250 Gramm), davon mindestens eine Portion fetten Fisch. Dies entspricht etwa 250 Milligramm EPA und DHA pro Tag.
In der medizinischen Anwendung werden verschreibungspflichtige Omega-3-Präparate in hoher Dosierung (4 Gramm pro Tag) zur Senkung sehr hoher Triglyceridwerte eingesetzt. Bei Patienten mit bekannter Herzerkrankung und erhöhten Triglyceridwerten (trotz Einnahme von Cholesterinsenkern) kann ein spezielles hochdosiertes EPA-Präparat (Icosapent-Ethyl) das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall senken. Hochdosierte Omega-3-Fettsäuren (4 Gramm pro Tag) senken die Triglyceride um 20 bis 30 Prozent. Bei bestimmten Hochrisikopatienten mit erhöhten Triglyceridwerten konnte das verschreibungspflichtige EPA-Präparat Icosapent-Ethyl das Risiko für Herzinfarkt und andere kardiovaskuläre Ereignisse um etwa 25 Prozent senken.
Die meisten Studien zeigen jedoch keinen klaren Nutzen von Omega-3-Nahrungsergänzungsmitteln zur Vorbeugung von Herzerkrankungen bei Menschen ohne bekannte Herzprobleme. Frei verkäufliche Fischöl-Kapseln in niedriger Dosierung (etwa 1 Gramm pro Tag) haben in den meisten neueren Studien keine eindeutige Schutzwirkung für das Herz gezeigt, wenn Patienten bereits cholesterinsenkende Medikamente (Statine) einnehmen.
Omega-3-Fettsäuren werden im Allgemeinen gut vertragen, und Nebenwirkungen treten bei weniger als 5 Prozent der Personen auf. Zu den häufigen Nebenwirkungen gehören Aufstoßen (oft mit "fischigem" Geschmack), Übelkeit, Verdauungsbeschwerden wie Durchfall oder Bauchschmerzen, Geschmacksveränderungen sowie Hautausschläge oder Juckreiz. Seltene, aber wichtige Nebenwirkungen umfassen ein erhöhtes Blutungsrisiko, da Omega-3-Fettsäuren die Blutungszeit verlängern können, besonders in hohen Dosen. In einigen Studien mit hochdosierten Omega-3-Präparaten (4 Gramm pro Tag) wurde ein erhöhtes Risiko für Vorhofflimmern (eine Herzrhythmusstörung) beobachtet. Insbesondere DHA-haltige Präparate können das "schlechte" LDL-Cholesterin leicht erhöhen. Es wurden keine schwerwiegenden Nebenwirkungen durch Omega-3-Fettsäuren berichtet, und die Präparate gelten als sicher, wenn sie in empfohlenen Dosen eingenommen werden.
Bei bekannter Überempfindlichkeit gegen Fisch, Meeresfrüchte oder Bestandteile des Präparats sollten Omega-3-Fettsäuren nicht eingenommen werden. Allerdings sind hochgereinigte Omega-3-Präparate in der Regel nicht allergen, da sie keine Fischproteine enthalten. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin, wenn Sie eine Fischallergie haben. Vorsicht ist geboten, wenn Sie gerinnungshemmende Medikamente wie Marcumar, Aspirin oder neue orale Antikoagulanzien einnehmen, da das Blutungsrisiko erhöht sein kann. Bei Lebererkrankungen sollten die Leberwerte während der Einnahme überwacht werden, und während der Schwangerschaft und Stillzeit sollten Sie mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin über die Einnahme sprechen.
Der beste Weg, Omega-3-Fettsäuren aufzunehmen, ist der regelmäßige Verzehr von fettem Fisch (mindestens zwei Portionen pro Woche), da dies nicht nur Omega-3-Fettsäuren, sondern auch andere wichtige Nährstoffe liefert. Frei verkäufliche Fischöl-Kapseln in niedriger Dosierung haben für die meisten Menschen keinen nachgewiesenen Nutzen zur Vorbeugung von Herzerkrankungen, besonders wenn bereits cholesterinsenkende Medikamente eingenommen werden. Sie können jedoch in Betracht gezogen werden, wenn Sie keinen Fisch essen oder Vegetarier oder Veganer sind (dann sind Algenöl-Präparate eine Alternative). Hochdosierte, verschreibungspflichtige Omega-3-Präparate haben einen nachgewiesenen Nutzen bei sehr hohen Triglyceridwerten und bei bestimmten Herzpatienten mit erhöhten Triglyceridwerten trotz Statin-Therapie. Diese sollten nur nach ärztlicher Verordnung eingenommen werden. Omega-3-Fettsäuren sind im Allgemeinen sicher und gut verträglich, wobei die häufigsten Nebenwirkungen Verdauungsbeschwerden und Aufstoßen sind. Bei hohen Dosen besteht ein leicht erhöhtes Risiko für Blutungen und Vorhofflimmern. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt/ Ihrer Ärztin, bevor Sie Omega-3-Nahrungsergänzungsmittel einnehmen, besonders wenn Sie bereits Medikamente einnehmen oder gesundheitliche Probleme haben.
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